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Neubau Oberstufenzentrum Rötschmatte

2021 —

Ins

« Gakkō »

Was ist sie die Schule von morgen und wie sieht diese aus? Ist sie die heute vielfach gepriesene offene, als hierarchieloser Erfahrungsraum gestaltete, Lernlandschaft oder vielleicht doch eher die gute alte Schulstube, wo in ausgewogen belichteten und gut proportionierten Räumen eine überschaubare Gruppe die Ruhe und Geborgenheit für konzentriertes Arbeiten findet? Jeder von uns hat da seine eignen Vermutungen und Vorlieben, Wissen tun wir es aber wohl alle nicht. Das Einzige, was wir aus der Vergangenheit und aus unserer täglichen Erfahrung Wirkliche wissen ist, dass der Mensch ungeachtet aktueller und zukünftiger Strömungen wohl proportionierte sowie gut belichtete und adaptierfähige Räume und Strukturen schätzt, welche den sich über die Zeit verändernden Bedürfnissen ohne Aufwand angepasst werden können. Darüber hinaus scheint es uns, in Zeiten der omnipräsenten Diskussionen über die Nachhaltigkeit unseres Tuns, sehr wichtig, dass wir die Schule auch über ihrer unmittelbaren programmatischen Bestimmung hinaus als langfristig und einfach nutzbares Haus verstehen. Das Projekt Gakkō reagiert intelligent auf die Topografie und den Kontext, schafft übergeordnete Bezüge, ist mit ökologischen Materialien gebaut, langlebig konstruiert und entgegen dem heute viel gepriesenen Hightech-Schnick-Schnack mit der minimal notwendigen Technik versehen. Wie zu Zeiten unserer Vorfahren entwickelt sich die Gestalt des Hauses aus den elementaren Anforderungen seiner Funktion heraus – einer ‘Architektur‘, in der die Nutzer bereit sind, ihre Verantwortung für das eigene Wohlbefinden zu übernehmen und einen Beitrag zur Bewältigung der unumgänglichen Herausforderungen unserer Zeit zu leisten. Mit anderen Worten: Die Qualität des Raumklimas im Haus wird nicht einer Maschine überlassen. Vielmehr sind es die Nutzer selbst, die dieses beeinflussen und mitbestimmen. Ein bewusster Umgang mit den eignen 4 Wänden muss aber geübt und erlernt werden. Denn aufmerksam seinem Umfeld gegenüber zu sein, zum Klima Sorge zu tragen und dafür Verantwortung zu übernehmen sind wesentliche Kompetenzen, welche als selbstverständlicher Teil (wie das Zähneputzen) zu unserem Alltag gehören – mal ganz abgesehen von der pädagogischen Dimension. Und, ohne Umdenken werden wir es nicht schaffen die gesellschaftlichen, ökologischen und ökonomischen Herausforderungen unserer Zeit zu meistern. Es liegt also auch in unserer Verantwortung. Packen wir’s an; achtsam mit Low-tec und Spirit!

Das Projekt Gakkō bildet den Auftakt einer langfristigen Vision für die Rötschmatte. Die neue Achse in West-Ost Richtung wird von wechselseitig angeordneten Volumen und Freiräume begleiten und rhythmisierte. In Nord-Süd-Richtung verbinden von Bäumen gesäumte Fusswege die Achse mit dem angrenzenden Erschliessungssystem. Ziel ist es, das Areal Rötschmatte mittelfristig zu einem für die Gemeinde Ins bedeutenden öffentlichen Ort zu entwickeln, dessen Identität sich aus den inhärenten Qualitäten des Ortes und der Nutzungen ableitet.

Der Standort Rötschmatte profitiert von einer privilegierten Lage mit freier Sicht auf das grosse Moos mit den Alpen im Süden und den Jura mit dem markanten Chasseral im Norden. Das Areal, das bereits heute dem Sport gewidmet ist, wird mit zwei neuen Schulbauten ergänzt. Die verdichte Anordnung der Neubauten ermöglicht es, ein Minimum an Land zu besetzen und möglichst viel naturnaher Freiraum zu erhalten. Ebenso schafft die neu eingefügte Achse in Richtung West-Ost eine räumliche Beziehung zwischen den bestehenden Sportanlagen und dem neuen Oberstufenzentrum.
Das Projekt Gakkō stärkt die vorhandenen topographischen und räumlichen Qualitäten des Ortes. Durch die geometrische Bezugnahme mit der bestehenden Sporthalle ergänzen die beiden parallel zum Hang platzierten und in ihrer Höhe und Lage versetzten Neubauten, die Anlage zu einer offenen Raumfigur mit einem gemeinsamen Freiraum. Darüber hinaus schaffen die Bauten über ihre Anordnung einen neuen Zugang für eine übergeordnete Erschliessung des gesamten Areals vom Rebstockweg im Westen zu den Fussballplätzen im Osten.

Bauherrschaft
→ Gemeinde Ins
Auftragsart
→ Projektwettbewerb nach SIA 142 mit Präqualifikation (2021)

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