Sanierung Hochhaus La Champagne

2014 —

Biel/Bienne

Das vom Architekt W. Schwaar 1969 erbaute Hochhaus „La Champagne“ bildet zusammen mit dem 1962 erbauten Schulhaus von Max Schlup ein Ensemble. Die von Schlup überarbeitete Überbauungsordnung setzt das liegende Volumen des Schulhauses geschickt mit dem vertikal aufstrebenden Hochhaus in Beziehung. Die Materialisierung der Fassaden der beiden Häuser in Beton, Aluminium und Glas prägt zudem die Komposition. Der Aussenraum beider Anlagen bildet ein zusammenhängendes Raumkontinuum. Das Hochhaus wirkt als Landmarke und überblickt die Stadt. Im Erdgeschoss wird über die einfache und verständlich organisierte Aussenraumgestaltung sowie die repräsentative Halle und Sockelausbildung der Bezug zum unmittelbaren städtischen Kontext geschaffen. Die kleinen Wohnungen orientieren sich Richtung Westen, die grösseren Einheiten Richtung Westen und Osten. Letztere profitieren insbesondere im Wohnraum von der zweiseitigen Orientierung. Die Grundrisse werden durch die geschickt gewählte Schottenstruktur bestimmt. Westseitig haben alle Wohnungen einen Balkon mit Aussicht auf die Stadt und mit guter Besonnung.

Die Fassade vermittelt an der Schnittstelle zwischen der Wohnung und der Stadt. Sie trennt zwischen Innen- raum (privat) und Aussenraum (öffentlich) und verbindet die beiden mittels der konstruktiven Ausbildung ihrer Elemente. Während die Öffentlichkeit einen Anspruch an die äussere Erscheinung und an einen sorgfältigen Um- gang mit den Ressourcen hat, sind die Bewohner interessiert an der Leistungsfähigkeit der Fassade von Innen. Sie möchten ansprechende Lichtverhältnisse, eine angemessene Heizkostenabrechnung, thermischen Komfort und Sicherheit.

Als Schutzobjekt verdient das Champagne-Hochhaus grundsätzlich alle denkmalpflegerischen Massnahmen, die auch einem Objekt in traditioneller Bauweise zustehen. Künstlerischer, historischer, städtebaulicher Wert und andere klassische Denkmalwerte können auch auf das Hochhaus mit seiner für die 1960er Jahre typischen Substanz angewendet werden. So stellt dieses zusammen mit dem gleichnamigen Schulhaus von Max Schlup ein Ensemble der Zeit dar, das den Stadtraum weiträumig prägt und dessen Ausdruck und Materialität ungeschmälert zu erhalten sind, sofern nicht die Historizität und Integrität des ganzen Stadtteils in Frage gestellt werden soll.

Bei der Untersuchung Biels stösst man auf verschiedene hohe Häuser unter welchen das Hochhaus „La Champagne“ als höchstes Gebäude eine besondere Stellung einnimmt. Es steht relativ frei, abseits der Ballungszentren und wirkt dadurch als Landmarke. In der Komposition im Ensemble mit dem Schulhaus kommt ihm eine hohe städtebauliche Bedeutung zu.

Seine harmonischen Gestaltungsmerkmale mit der Schlankheit des Baukörpers, den Fassadenproportionen und der gestalterischen Sorgfalt, der subtilen Materialisierung, der Bautechnik und den kompositorischen Feinheiten der Anordnung der Elemente machen das Gebäude zu einem herausragenden Zeitzeugen. Dies im regionalen, aber auch im überregionalen Kontext.

Aufgrund dieser Argumente sind wir der Meinung, dass sich das Hochhaus „La Champagne“ von anderen Bauwerken aus der gleichen Zeit abhebt und darum einen schützenswerten Zeitzeugen darstellt, welcher einen sorgfältigen Umgang einfordert.

Bauherrschaft
→ Pensionskasse der Stadt Biel
Auftragsart
→ Studienauftrag auf Einladung
In Zusammenarbeit mit:
→ spaceshop Architekten GmbH

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