«Gil & Julie»
Umgang mit dem Bestand
Das 1936 von Ernst Balmer erbaute Primarschulhaus verkörpert den damaligen Zeitgeist. Der Haupteingang des in Massivbauweise errichteten unaufgeregten Zweckbaus wird mit einem abgerundeten Erker markiert. Das Wandmosaik ’der gute
Hirte’ von Walter Clénin unterstreicht die Themen der damaligen Zeit zwischen Moderne und Rückbesinnung auf die traditionellen Werte im Zug der geistigen Landesverteidigung. Die Anpassungen im bestehenden Gebäude werden, wie vom
Auslober angedacht, auf ein Minimum beschränkt. Mit der Erweiterung sollen die Qualitäten der bestehenden Anlage erhalten und diese wo immer möglich gestärkt, Defizite aber auch behoben werden.
Die Erweiterung
Mit seiner Stellung parallel zum Burrirain orientiert sich der Neubau an der baulichen Ordnung der bestehenden Schulanlage und ergänzt die offene Raumfigur auf der Ostseite. Durch das leichte Zurückversetzen des Baukörpers gegenüber der Stirnfassade des bestehenden Hauptgebäudes trägt der Neubau seiner öffentlichen Nutzung angemessen Rechnung; zugleich wird damit die bestehende Zugangssituation zum Pausenplatz und zu den Schulgebäuden räumlich aufgewertet und geklärt.
Die zusätzlich geforderten Räume werden in einem 2-geschossigen Holzbau untergebracht. Ein präzis gesetzter Terrainsprung schafft die Voraussetzungen für eine logische Zonierung der Schul- und Kindergartennutzung.
Der Zugang zur Unterstufe mit der als informelle Arbeitszone gestalteten Erschliessung erfolgt aus dem geschützten Pausenbereich heraus. Sämtliche Klasseneinheiten mit Eingangsbereich, Haupt- und Gruppenraum sind als Raumfolge konzipiert. Das differenzierte Raumsystem erlaubt ein Unterrichten je nach Anforderung in abgeschlossenen oder offenen Räumen. Alle Klassenzimmer und Gruppenräume orientieren sich nach Osten zum Burrirain. Im Gegensatz zum horizontal geprägten Erschliessungsbereich entwickeln sich diese Räume bis ins Dach. Sie profitieren auf diese Weise von einer zusätzlichen Belichtung und Belüftung, über die in den Dachflächen integrierten nach Westen orientierten Oberlichter.
Die Räume des Kindergartens und der Spezialnutzungen befindet sich im tiefer gelegenen Gartengeschoss. Ihre Zugänge erfolgen für jede Einheit individuell und über eine grosszügige Vorzone vom Burrirain her.
Die beidseitige Orientierung der Kindergärten ermöglicht eine flexible Raumaufteilung. Dank ihrer Lage auf dem Gartengeschoss verfügen sie zudem über einen direkten Zugang zu einem, vom grossen Pausenplatz und der Strasse, geschützten Aussenbereich. Die Kindergartenzimmer mit Garderoben und Sanitäranlagen sind
als autonome Einheiten konzipiert. Sie können jedoch durch den gemeinsam genutzten Malraum aber auch den Lager- und Kopierraum miteinander verbunden werden. Das Aufteilen in kleine Einheiten schafft die für solche Nutzung gewünschte Übersichtlichkeit und eine den Kindern angepasste Masstäblichkeit.
Eine gefaltete Dachform thematisiert das städtebauliche Verständnis des gerichteten Baukörpers. Der in der regionalen Architektur breit verankerte Typus der Laube schafft Intimität und erzeugt auf beiden Geschossen geschützte Zugangs- und Übergangsräume.
Die kompakte Volumetrie, die klare Typologie und die einfache Bauweise des Projekts „Gil & Julie“ garantieren eine hohe Wirtschaftlichkeit bei der Erstellung. Zudem sind sie Voraussetzung für die vom Auslober geforderten tiefen Betriebskosten, die gewünschte Flexibilität und sind somit massgebend für den langfristigen Nutzwert der Liegenschaft.
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