« Mille-feuille »
Der Projektperimeter liegt am westlichen Siedlungsrand von Gümligen, einer Agglomerationsgemeinde von Bern mit den typischen Einfamilienhausquartieren, Industriezonen, Neubausiedlungen und einem losen Dorfkern in Bahnhofsnähe.
Der Ort liegt nicht weit vom Bahnhof und Zentrum Gümligen und ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Beide sind in weniger als 10 min. zu Fuss oder mit dem Velo einfach erreichbar. Das Zentrum der Stadt Bern ist mit dem öffentlichen Verkehr und dem Velo in ca. 20 min. erreichbar. Die nahe Umgebung des Baufelds ist sehr stark verkehrsgeprägt, mit der Autobahn entlang der südlichen Parzellengrenze als dominantester Emissionsquelle. Die RBS und die Worbstrasse flankieren die Parzelle an deren östlichen, respektive nördlichen Grenze. Zudem verläuft entlang der westlichen Parzellengrenze und mitten durch den Projektperimeter die Schürmattstrasse, die auch nach Abschluss des Gesamtprojekts als Erschliessung der Schürmatte bestehen bleiben wird. Anschliessend an die Verkehrsträger folgen lose bebaute Einfamilienhausquartiere mit hohem Grünflächenanteil, eine grosse Schulsportanlage sowie landwirtschaftlich genutztes Grünland. Ein Waldstück sowie die Aare befinden sich in Gehdistanz. Der weitere Kontext des Projektperimeters hat also einen ländlichen, grünen Charakter, während der nähere Kontext – durch die angesprochenen Verkehrsträger und gewerblich genutzte Gebäude auf dem Projektperimeter sowie Richtung Dorfmitte – einen industriellen Charakter aufweist.
Städtebauliche Idee
Das vorgegebene städtebauliche Muster von aneinander ausgerichteten, orthogonalen Solitären wird ergänzt mit einem organisch anmutenden, den Parzellen- und Perimetergrenzen folgenden. Mit den freien Formen ist es möglich das Quartier zusammenzubinden, optimalen Schallschutz zu bieten und qualitätvolle Aussenräume zu schaffen. Das ganze Geviert profitiert von den neuen Gebäuden und den indentitätsstiftenden Aussenräumen. Die vorgeschlagenen Gebäude suchen einerseits den Bezug zum öffentlichen Strassen- raum (Melchenbühlplatz, Worbstrasse und Seidenberggässchen) und andernseits zum Innern des Perimeters und verbinden die beiden Seiten geschickt mit Passagen. Zum Seidenberggässchen/Melchenbühlplatz und Worbstrasse öffnet sich ein Hofraum mit öffentlichem Charakter. Ein strassenübergreiffender Hofraum verknüpft die durch die Schürmattstrasse stark getrennten Gebäude und Aussenräume des Gevierts im Innern. Die wahrgenommene Gebäudehöhe wird durch die Ausbildung der Dachkrone über dem 6. OG reduziert und den umliegenden Quartieren angepasst. Die Gebäudeformen mit den Rücksprüngen und Höfen sind so ausgebildet, dass sich aus diesen möglichst vorteilhaften Bedingungen für den Schallschutz ergeben.
Urbane Dörfer in Gümligen
An der Schnittstelle zwischen Dorf und Stadt soll ein lebendiges, zukunftsfähiges Geviert mit eigner Identität entstehen. Durchmischung, Wohnen und Arbeiten am gleichen Ort, soziale Kontakte, Sharing-Economy und ökologisches Handeln prägen den Lebensstil der Bewohner. ‚Gemeinschaft und Nachbarschaft’ im urbanen Dorf werden gelebt. Sie wirken als Keimzelle urbaner Nachhaltigkeit und gesellschaftlichem Wandel.
Die räumliche Idee die einzelnen Gebäude, mit Laubengängen zu einem Dorf zu verweben, ermöglicht den Bewohnern erweiterte, ungezwungene Nachbarschaften. So entstehen auf den 5 Plattformen Gemeinschaften des Zusammenwohnens in ‚hängenden Gärten’. Die Nachbarschaften sind in erster Linie horizontal organisiert. Die vertikalen Verbindungen der Plattformen durch die Treppenhäuser und die unregelmässig angeordneten Aussentreppen verweben das urbane Dorf zum ‚vertical village’. Das Erdgeschoss nimmt im urbanen Dorf, an der Schnittstelle vom Öffentlichen zum Halböffentlichen, eine wichtige Rolle ein. Hier befinden sich der Concierge, das Co-Working, die Velowerkstatt und die Veloräume. An den zur Worbstrasse orientierten Lagen sind publikumsorientierte Nutzungen wie Läden, Büros und Dienstleistungen vorgesehen. Die Übergänge zwischen dem öffentlichen und halböffentlichen Bereich werden mittels Nutzungsanordnung, unterschiedlichen Belägen und feinen Höhenunterschieden markiert. Das halbprivate Dachgeschoss bildet den grossen Garten des Dorfes. Hier werden die Krippe, die Kinderbaustelle, die Gemeinschaftsgärten und der Grillplatz angeboten. Auch hat es einen Bauer mit Hofladen, der lokal Gemüse und Fische produziert. Der gesetzlich geforderte Kinderspielplatz und die Flächen für den Aufenthalt sind hier untergebracht.
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